Wie sieht echte Gewalt aus? Wo hat Kampfsport seine Grenzen? Was schützt dich am besten in realen Situationen auf der Straße?
Wie sieht echte Gewalt aus? Wo hat Kampfsport seine Grenzen? Was schützt dich am besten in realen Situationen auf der Straße?
Immer wieder, wenn es um das Thema Selbstverteidigung geht, fällt ein Name: Krav Maga. Ist Krav Maga wirklich so gut? Ist es nur ein erfolgreich vermarktetes Label für ein paar Selbstverteidigungstechniken – oder kann Krav Maga in einem echten Kampf wirklich bestehen?
So manch einer denkt sich:
„Ein echter Angriff kommt überraschend, mit sehr viel Wucht und Schlägen mit maximaler Gewalt. Um mit so etwas umgehen zu können, hilft nur Vollkontakt-Kampfsport.“
Andere wiederum sagen:
„Ich habe mal gehört, dass 90 % aller Kämpfe am Boden landen – dir hilft nur ein Bodenkampfsystem.“
Wie du siehst, ist das eine wirklich gute Frage – mit kontroversen Ansichten, Mythen und verständlichen Zweifeln.
Wir wollen das Thema hier einmal systematisch und möglichst neutral auseinandernehmen.
Bevor wir die Frage beantworten können, welche Kampfsportart die beste für die Selbstverteidigung ist, müssen wir erst einmal analysieren, wie reale Gewaltsituationen wirklich aussehen.
Fast jeder, der über Gewalt spricht, hat ein bestimmtes Bild vor Augen, eine Szene:
Ein eskalierter Parkplatzstreit. Plötzlich geht es los. Einer der beiden greift an, vielleicht sogar mit ein, zwei Schritten Anlauf. Er holt gewaltig aus und schlägt mit all seiner Kraft zu. Sein Opfer reißt zwar die Arme hoch, die Abwehr ist der Gewalt aber nicht gewachsen. Er wird voll getroffen und geht zu Boden. Jetzt tritt der Täter auch noch ein paarmal auf sein wehrloses Opfer ein – brutal.
Hier haben wir aber schon das größte Problem: Jeder hat eine bestimmte Szene vor Augen und überlegt sich, was für genau diese Szene die beste Selbstverteidigung wäre.
Die Wahrheit ist aber:
Gewalt hat viele Gesichter.
Es gibt nicht den einen Angriff.
Klar kommt die eben beschriebene Szene vor. Manchmal kommt der Schlag aber auch versteckt, hinterhältig und ansatzlos und trifft ein völlig unvorbereitetes Opfer.
Manchmal wird überhaupt nicht geschlagen. Es wird beschimpft und geschubst, dann verhaken sich die Beteiligten in den Klamotten und beginnen zu rangeln. In anderen Situationen geht die ganze Bandbreite von Beschimpfungen über Schubsen und wilde Schläge bis hin zu Schwitzkasten, Stolpern und einem Gerangel am Boden.
Manchmal stehen sich zwei gegenüber, beschimpfen sich, nehmen die Fäuste hoch und tun so, als wären sie die großen Kickbox-Champions. Sie belauern sich, schlagen Finten in die Luft und hoffen, dass ihre Basics aus Kindertagen den anderen beeindrucken.
Und manchmal ist einer der Beteiligten tatsächlich erfahren und weiß genau, was er tut. Er unterläuft seinen Gegner, schnappt ihn, hebt ihn aus und schleudert ihn krachend auf den Boden.
Szenenwechsel: Der Täter diskutiert, wirkt entspannt und fast freundlich. Er dreht sich leicht weg, als wolle er gehen – und plötzlich rammt er seinem Opfer unvermittelt ein Messer in den Bauch.
Anderer Tag, anderer Ort: Eine Gruppe Jugendlicher hat sich ein Opfer ausgesucht, umzingelt es halb, der Rädelsführer provoziert und demütigt sein Opfer und will, dass es loslegt.
Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: ein Raub mit Waffengewalt, vielleicht mit einem Messer oder einer Schreckschusspistole.
Wieder ein anderer Ort: Eine Frau joggt im Park, wird gepackt und zu Boden gerissen, während anderswo ein Pärchenstreit in den eigenen vier Wänden eskaliert – Haare ziehen, Schläge, Würgen, Wut und demonstrierte Macht.
Diese Liste könnte noch eine ganze Weile so weitergehen. Aber das Prinzip ist wohl klar:
Gewalt hat viele Gesichter.
Raubüberfall, Bepöbeln, Schubsen, Rangeln, Schlägereien bis hin zu Tötungsversuchen im Affekt, mit Messer, Eisenstange oder anderen Gegenständen – alles ist möglich. Der spontan eskalierende Streit oder das bewusst ausgesuchte Opfer. Ein Einzeltäter oder eine Gruppe. Du weißt nicht, ob, wann oder in welcher dieser Situationen du dich vielleicht einmal wiederfindest.
Es gibt nicht den einen Angriff.
Mit manchen dieser Angriffe können klassische Kampfkünste gut umgehen, andere haben sie nie trainiert.
Zunächst einmal: Es ist immer eine gute Idee, einen ordentlichen Punch zu haben. Boxen, Thaiboxen & Co. haben schon so manche Notwehrsituation erfolgreich bewältigt.
Auch Grappling-Skills sind definitiv wichtig, damit man am Boden nicht plötzlich wie ein Käfer auf dem Rücken liegt.
Aber:
Der häufig gehörte Satz „90 % aller Kämpfe landen am Boden“ ist ein weit verbreiteter Mythos.
Eine oft zitierte US-Polizeistatistik aus den 1980er-Jahren untersuchte gar nicht normale Straßenkämpfe, sondern Situationen, in denen Polizisten bei Festnahmen mit Widerstand konfrontiert wurden. Hier ist der trainierten Ansatz, den Aggressor zu Boden zu bringen, ihn zu fixieren und anschließend Handfesseln anzulegen. Das ist etwas völlig anderes.
In dieser Statistik landeten außerdem nur 62 % der Polizisten am Boden – nicht 90 %.
Quelle: Sergeant Greg Dossey, Los Angeles Police Department (LAPD), Training Review Committee/Los Angeles, Use of Force Study – An Analysis of 5,617 Use of Force Narratives for the Year 1988.
Befeuert wurde dieser 90%-Mythos unter anderem durch die MMA-Szene, die die Erfahrung gemacht hat, dass ihre „Ultimate Fights“ sehr häufig am Boden landen. Das ist allerdings wenig überraschend, weil Bodenkampf ein zentraler Bestandteil dieser Sportart ist.
Eine neue Auswertung von Überwachungsvideos im öffentlichen Raum zeichnet ein anderes Bild. Danach landete in 72 % aller Fälle einer der beiden Beteiligten am Boden – durch gezielte Wurftechniken, Gleichgewichtsverlust, Stolpern oder auch Schläge. In nur 42 % der Fälle landeten beide irgendwann am Boden.
Quelle: CCTV-Studie von Dr. Bakari Akil II, Professor für Kommunikation am Middle Georgia College und selbst BJJ-Sportler.
In einer anderen Erhebung wurden 1.500 Menschen, die in reale Gewaltauseinandersetzungen verwickelt waren, befragt und statistisch ausgewertet. Hiernach beinhalteten nur 38 % aller dieser Auseinandersetzungen ringerische Anteile wie Clinchen, Würfe oder auch Bodenkampf.
Quelle: James LaFond, The Violence Project: Fist to Blade.
Auch wenn wir jetzt den wissenschaftlichen Boden verlassen, kann man noch anmerken, dass viele solcher Auswertungen aus den USA stammen, wo Ringen ein fester Bestandteil des Schulsports ist. Welchen Lösungsansatz wird wohl jemand verfolgen, der irgendwann einmal gerungen hat?
Bei uns wird in der Schule Fußball und Volleyball gespielt. Es ist zwar immer gewagt, Thesen aufzustellen, die man nicht statistisch belegen kann, aber es ist durchaus vorstellbar, dass der Bodenanteil bei einer entsprechenden Auswertung in Deutschland sogar noch etwas geringer ausfallen würde.
Also doch lieber Boxen?
Was sich aus den unterschiedlichen Daten ableiten lässt, ist:
Du solltest damit rechnen, dass eine Auseinandersetzung auch am Boden landen kann und entsprechend vorbereitet sein. Du solltest deine Selbstverteidigung aber nicht ausschließlich darauf ausrichten.
Was trainiert man denn nun am besten für die reale Selbstverteidigung?
Zunächst einmal: Es ist besser, überhaupt etwas zu trainieren als gar nichts.
Wenn du einmal pro Woche einen traditionellen Kampfkunstkurs besuchst, machst du schon 100 % mehr als jemand, der mit Netflix auf dem Sofa sitzen bleibt.
Wenn du dann noch eine Kampfsportart trainierst, die eine gewisse Körperlichkeit hat – egal, ob Boxen, Thaiboxen, MMA, BJJ, Ringen, Judo, Ju-Jutsu oder etwas anderes –, hast du gute Chancen, eine „normale“ Prügelei zu dominieren.
Zum einen betreibt nicht jeder Hitzkopf, der zum Angriff übergeht, Kampfsport. Zum anderen ist es am Ende des Tages nicht nur eine Frage des Kampfsports, sondern auch der Persönlichkeit, des Kämpferherzens und des Durchsetzungswillens.
Eine kontaktorientierte Kampfsportart hilft dabei, genau solche Fähigkeiten zu entwickeln.
Am Ende des Tages haben aber alle Kampfsportarten eine Grenze:
Es geht um Sport.
Im sportlichen Wettkampf habe ich genau einen Gegner, der sich vor mir aufstellt, nach den gleichen Spielregeln spielt und nicht bewaffnet ist.
Wie wir schon eingangs festgestellt haben, können Notwehrlagen sehr unterschiedlich aussehen.
In so manchen Situationen wird man mit den unterschiedlichsten Kampfsportarten gut zurechtkommen.
Es gibt aber auch viele Situationen, die in den üblichen Wettkampf-Kampfsportarten nicht trainiert werden, womöglich nicht rechtzeitig erkannt werden und schlimmstenfalls zu einer Lebensgefahr werden können.
Aus unserer Sicht ist dieses ganze Thema aber zu kurz gedacht, wenn man es nur auf Techniken reduziert.
Was willst du eigentlich? Du willst gar nicht erst in eine solche Situation kommen!
Idealerweise kommst du niemals in eine Gefahrensituation. Sollte es doch einmal der Fall sein, kannst du die Situation hoffentlich entschärfen und ihr entkommen, bevor du zu Schaden kommst.
Das ist es doch, was du eigentlich willst, oder?
Sollte eine gute Selbstverteidigung dann nicht genau das ebenfalls thematisieren?
Selbstverteidigung ist also nicht nur Technik, sondern auch Taktik.
Du brauchst eine Selbstverteidigung, die dich mental schärft, deine Wahrnehmung verbessert und dir Handlungsstrategien an die Hand gibt, um gefährliche Situationen zu vermeiden, zu umgehen oder zu deeskalieren.
Du brauchst ein System, das dich auch schult, was du rechtlich darfst und wo die Grenzen liegen. Denn einen Angreifer zu besiegen, heißt noch lange nicht, auch gegen einen Richter zu gewinnen.
Sollte eine Auseinandersetzung nicht vermeidbar sein, bist du am besten aufgestellt, wenn du etwas trainiert hast, das die ganze Bandbreite möglicher Szenarien berücksichtigt.
Idealerweise werden die Techniken dabei nicht nur technisch trainiert. Auch Chaos, spontane Reaktionen, der Umgang mit Druck, sich dynamisch verändernde Situationen, plötzlich ins Spiel kommende Waffen oder weitere Angreifer gehören dazu.
Der Fokus bleibt dabei auf dem Wesentlichen: unverletzt bleiben und der Situation entkommen.
Und genau hier sind wir bei den Stärken von Krav Maga.
Krav Maga ist keine traditionelle Kampfkunst, sondern ein modernes Nahkampfsystem, das für reale Bedrohungen entwickelt wurde.
Krav Maga entstand in Israel und wurde zunächst im militärischen und später auch im polizeilichen Bereich eingesetzt. Es hat sich las so effektiv erwiesen, dass es sich anschließend weltweit verbreitet hat und wird heute sowohl von Sicherheitskräften als auch in zivilen Schulen trainiert.
Das Besondere am Krav Maga ist die Kombination aus Taktikvermittlung, szenario-orientiertem Training und Drills, mit denen Chaos, Durchhaltewillen, spontanes Reagieren und schnelles Umschalten trainiert werden.
Auch die technischen Inhalte sind besonders, denn es werden stets unterschiedliche Varianten und Verläufe einer Situation trainiert.
Ein einfaches Beispiel:
Ein Würgen wird nicht nur gegen jemanden trainiert, der vor dir steht. Es kann von verschiedenen Seiten kommen, mit einer oder beiden Händen oder mit dem Unterarm. Vielleicht wirst du dabei an die Wand gedrückt oder liegst bereits am Boden. Vielleicht schlägt der Angreifer selbst oder ein zweiter Angreifer zusätzlich auf dich ein.
Das Ziel ist dabei nicht, einen Kampf zu gewinnen. Das Ziel ist, fokussiert zu bleiben, heil zu bleiben und eine Fluchtmöglichkeit zu schaffen.
Auch hinterhältige Angriffe und Alltagssituationen sind ein Thema. Kannst du einen Angriff vermeiden oder frühzeitig reagieren, indem du sogenannte Pre-Attack-Signs erkennst?
Und was passiert, wenn dir mehrere Angreifer gegenüberstehen? Welche taktischen Möglichkeiten schaffen Vorteile? Wie kannst du bestimmte Gefahren vermeiden? Wie kannst du entkommen?
Auch Schlaggegenstände sind brutal und potenziell lebensgefährlich. Eine Eisenstange, Flasche, Baseballkeule, schlimmstenfalls auch ein Beil oder eine Machete. Situationen, die in den meisten Kampfsportarten wenig oder gar nicht trainiert werden.
Messerangriffe sind eine besonders ernsthafte Gefahrenlage. Auch hier reicht es nicht, nur statische Bedrohungen oder einen einzelnen Angriff zu trainieren. Dynamik, unterschiedliche Angriffswinkel, mutiple druckvolle Angriffe in verschiedenen Klingenhaltungen und das frühzeitige Erkennen potenzieller Gefahren müssen berücksichtigt werden.
Würdest du überhaupt bemerken, wenn jemand in einer scheinbar normalen Situation eine Waffe zieht?
Krav-Maga-Training ist vielseitig. Es schult deine Wahrnehmung, verbessert dein taktisches Verhalten und gibt dir effektive Werkzeuge für die Selbstverteidigung an die Hand.
Und das Beste daran?
Du wirst dadurch auch richtig fit.
Das Rangeln, die intensiven Drills und das kraftvolle Schlagen gegen Schlagpolster ergeben ein sehr effektives Fitness-Training.
Du kannst dich richtig auspowern, schwitzen, deinen Punch verbessern und gleichzeitig Selbstvertrauen aufbauen.
Und es macht Spaß.
In einer guten Gruppe, in der nicht das Ego im Vordergrund steht, sondern gemeinsames Lernen und gegenseitige Unterstützung, wird Krav Maga zu einer Sportart, die Fitness, Spaß und Selbstverteidigung miteinander verbindet.
Wenn du jetzt Lust bekommen hast, Krav Maga einmal auszuprobieren, dann such dir eine gute Schule.
Achte auf die Qualifikationen der Trainer. Krav Maga ist inzwischen so bekannt, dass es leider auch schwarze Schafe gibt, die versuchen, auf den Zug aufzuspringen.
Schau dir das Training genau an: Werden nur statische Techniken trainiert oder auch eine gewisse Intensität und unter Druck?
Achte auch auf den Umgang der Trainer:innen mit den Mitgliedern, die Atmosphäre in der Schule und die Stimmung in der Gruppe.
Effektive Selbstverteidigung zu lernen heißt nicht, dass man keinen Spaß haben darf. Ganz im Gegenteil: Wer Spaß hat, trainiert gerne und kommt oftmals regelmäßiger.
Bei uns in der ACADEMY Sportschule Hamburg findest du erfahrene Experten zum Thema Selbstschutz.
Unsere Trainer:innen verfügen über viele Jahre Erfahrung, sind in verschiedenen Verbänden zertifiziert und bilden sich regelmäßig fort. Unser Cheftrainer Marcus ist Mitglied der Technischen Kommission des Deutschen Krav Maga Verbandes, gibt regelmäßig Sicherheitsschulungen für Firmen und Behörden und ist Fachautor des Buches Knife Survival – Taktische Eigensicherung gegen Messerangriffe.
Uns ist es außerdem sehr wichtig, dass das Miteinander in unserer Sportschule stimmt. Trotz aller Intensität ist es kein Kampf gegeneinander. Ego und Gewinnen haben hier nichts verloren. Stattdessen passen alle aufeinander auf, kontrollieren sich und unterstützen einander. Es wird zusammen gelernt, geschwitzt und gelacht. Am Ende der Stunde sind alle heil, verschwitzt und glücklich.
So sieht Krav-Maga-Training in der ACADEMY aus.
Wenn du bei Stichworten wie Gewalt, Intensität, Drills und Schwitzen Angst bekommen hast, weil du keine Vorerfahrung hast oder aktuell nicht besonders fit bist, dann mach dir keine Gedanken.
Woche für Woche kommen Interessierte zu uns, denen es genauso geht wie dir. Menschen, die noch nie Kampfsport gemacht haben, oftmals schon lange nicht mehr beim Sport waren und nun auf der Suche nach einem sinnvollen Ausgleich zum Alltag sind.
Sie wollen lernen, sich schützen zu können, aber auch etwas für ihre Fitness tun, nette Leute treffen und Spaß haben.
Genau das bekommen sie hier.
Du musst keine Vorkenntnisse haben und auch nicht erst Fitness aufbauen.
All das kommt mit dem Training.
Vielleicht bist du gerade noch unsicher. Vielleicht denkst du:
„Krav Maga klingt interessant, aber ich weiß nicht, ob das etwas für mich ist.“
Genau deshalb gibt es das Probetraining.
Komm vorbei, schau es dir an, trainiere mit und bilde dir deine eigene Meinung.
Lust bekommen?
Dann vereinbare jetzt dein unverbindliches Probetraining.